Zertifikat erleichtert Teilnahme an Ausschreibungsverfahren
crossrelations hat erfolgreich das Präqualifizierungsverfahren „PQ VOL“ abgeschlossen. Bei diesem Verfahren werden so genannte Eignungsnachweise erfasst und in einer zentralen Datenbank hinterlegt. Öffentliche Auftraggeber können im Rahmen von Ausschreibungsverfahren auf diese Angaben zugreifen, Auftragnehmer reichen im Teilnahmeverfahren oder bei der Angebotsabgabe nur noch das entsprechende Zertifikat oder den Zertifikatscode ein.
„Wir erhoffen uns dadurch zukünftig eine deutliche Zeitersparnis bei der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen“, so Christina Marx, Managing Director von crossrelations. Einziger Knackpunkt: die Anerkennung ist nicht bindend. Demnach können jetzt zwar alle Vergabestellen in Deutschland die Präqualifikation anstelle von Einzelnachweisen anerkennen – müssen es aber nicht. Marx sieht daher die Präqualifizierungsstellen in der Pflicht, die Anerkennung flächendeckend durchzusetzen.
Gezielt Anbieter suchen
„Der Erfolg von PQ VOL hängt wesentlich davon ab, dass möglichst viele Auftraggeber dieses Verfahren anerkennen. Nur dann werden sich auch weitere Agenturen zertifizieren lassen.“ Für die öffentlichen Auftraggeber ergibt sich darüber hinaus ein weiterer Nutzen. Sie haben die Möglichkeit, zum Beispiel bei beschränkten Ausschreibungen gezielt potenzielle Dienstleister zu recherchieren und zur Angebotsabgabe aufzufordern.
Mit crossrelations ist jetzt die erste GPRA-Agentur präqualifiziert. Die Einführung des Präqualifizierungsverfahrens war eine der zentralen Forderungen des Verbandes in der Debatte um die Vereinfachung des Vergaberechts. Auf rund 19 Mrd. Euro belaufen sich die jährlichen Kosten der öffentlichen Vergabeverfahren in Deutschland. Davon tragen die Unternehmen rund 10,2 Mrd. Euro, etwa 8,8 Mrd. Euro fallen auf Seiten der öffentlichen Auftraggeber an.
Aufwendige Präsentationen treiben Kosten in die Höhe
„Wenn durch die Präqualifizierung Kosten eingespart werden können, so ist ein erster, wichtiger Schritt getan“, kommentiert Marx, in der GPRA für Vergabefragen zuständig, und weist gleichzeitig auf weitere Kostentreiber bei der Vergabe hin. Neben einer oftmals viel zu hohen Zahl an ausgewählten Bietern sind dies vor allem aufwendige Präsentationen. „Es darf nicht sein, dass der Entbürokratisierung auf der einen Seite die Einforderung zusätzlicher, auftragsrelevanter Leistungen auf der anderen Seite gegenüber steht.“
Ausgestellt wird das Zertifikat durch regionale Präqualifizierungsstellen, in der Regel die örtlichen Industrie- und Handelskammern. Nach deren Aussage ist das Zertifikat gültig für Dienst- und Lieferleistungen nicht nur im Bereich VOL, sondern auch VOF, also Vergabe- und Vertragsordnung für freiberufliche Leistungen. Gerade im Kommunikationsbereich kommt die VOF häufig zur Anwendung. Das Zertifikat hat eine Gültigkeit von einem Jahr und kostet 200 Euro. Weitere Informationen unter www.pq-vol.de