Many to many

Wie das Web 2.0 die Kommunikation verändert


Das World Wide Web ist längst nicht mehr nur eine Plattform zur Informationsbeschaffung. Der Informationsfluss verläuft nicht mehr nur linear vom Webseitenbetreiber zum Internetnutzer, sondern die User generieren, senden, tauschen und mixen Daten und Informationen in diversen Online-Kanälen selbst. Die Interaktionsmöglichkeiten haben das klassische Kommunikationsmodell abgelöst. Heute kann jeder Empfänger und gleichzeitig auch Sender sein. Der Kommunikationswissenschaftler spricht hier von der ?Many-to-Many-Communication?. Viele kommunizieren mit Vielen.


Webseiten werden im neuen Internet ? dem sogenannten Web 2.0 ? zu Plattformen, die nicht nur Informationen, sondern vor allem Menschen vernetzen. Die neuen Kommunikationskanäle und -werkzeuge eröffnen neue Wege, um mit den unterschiedlichsten Bezuggruppen zu kommunizieren und dabei ihre Meinung zu erfahren. Das Web 2.0, oft auch als Social Web bezeichnet, macht also möglich, was wir uns vor zehn oder fünfzehn Jahren vom Internet erhofft haben. Ein bunter, chaotischer Mitmach-Marktplatz, auf dem jeder nach Laune im Publikum sitzen oder die Bühne bespielen kann, wie es der SPIEGEL formulierte. Alle Akteure können das Internet heute aktiv mitgestalten.


Für Dan Tapscott, Professor an der Universität von Toronto und Co-Autor des Buches ?Wikinomics. Die Revolution im Netz?, symbolisiert der Durchbruch des Web 2.0 ?den Wandel im Selbstverständnis des Konsumenten vom passiven zum aktiven, mitgestaltenden Teilnehmer. Communities sind die selbstorganisierten Informations- und Kommunikationsplattformen der Zukunft. Hier wird alles ausgehandelt, auch der Erfolg von Marken und Produkten. Das damit verbundene Plus an Bedeutung von Weiterempfehlungen ist nur ein Effekt, mit dem das Marketing künftig umgehen muss?.


Doch nicht jeder kann dem nur positives abgewinnen. Skepsis an der schönen neuen Medienwelt ist durchaus angebracht. So warnt der Informatiker Jaron Lanier, Erfinder des Begriffs ?Virtual Reality? und Wikipedia-Kritiker, vor dem ?Glauben an die sogenannte Weisheit der Massen?. So kann in der erfolgreichsten Online-Enzyklopädie Wikipedia jeder nahezu anonym neue Einträge verfassen, bestehende Beiträge ändern und damit auch ganz gezielt Falschinformationen verbreiten. Das macht es gerade für Unternehmen schwierig, hier objektive Informationen zu verbreiten, ohne in den Verdacht der Manipulation zu geraten.


Warum Kommunikation offen und transparent sein sollte

     
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