Many to many
Wie das Web 2.0 die Kommunikation verändert
Das Internet ist durch Web 2.0 zu dem interaktiven, dialogischen Massenmedium geworden ? mit allen Chancen und allen Risiken. So üben viele gern öffentlich Kritik in einem Blog oder suchen Gleichgesinnte in Social Communities wie studivz, facebook oder lokalisten, wo sich auch gleich noch eine Interessensgruppe zu einem Thema gründen lässt. Menschen vernetzen sich online, veröffentlichen und tauschen Gedanken, Meinungen, Fotos oder Videos aus. Hier finden selbst Vertreter von kleinen Interessensgruppen schnell zueinander und eine öffentlichkeitswirksame Plattform. Durch diese Vernetzung können die Interessensgemeinschaften recht einfach Synergieeffekte und die Möglichkeiten des Crowdsourcing, also die Arbeitsverlagerung auf Freiwillige im Internet, nutzen, was ihnen noch weitere Bedeutung für die Unternehmenskommunikation verleiht. Für Leute wie Tapscott verändern das Web 2.0 und seine Formen der massenhaften Zusammenarbeit über alle Grenzen hinweg Unternehmen und schaffen neue Geschäftsmodelle.
Unternehmen sollten jedoch eine offene, transparente und authentische Kommunikation betreiben. Verstöße, Versäumnisse oder Vertuschungsaktionen werden relativ schnell aufgedeckt und sofort ins Netz gestellt. Entsteht eine ?kommunikative Lücke?, z.B. weil ein Unternehmen zu einem wichtigen Thema nicht (oder nicht schnell genug) informiert, wird diese im Web 2.0 rasch von anderen Interessenten ? nicht selten mit Spekulationen ? gefüllt. Auf der anderen Seite haben Unternehmen die Chance sich durch das Social Web viel besser mit ihren jeweiligen Zielgruppen zu vernetzen, sie an sich zu binden, ihre Meinungen abzufragen und mit ihnen ?auf Augenhöhe? zu kommunizieren.
Das gilt in den Augen der IT-Spezialisten Robert Scoble und Shel Israel vor allem für sogenannte Corporate Blogs. ?Wir glauben, dass Blogging nicht nur für Firmen interessant ist, die gern näher am Kunden sein möchten, sondern dass es für sie unverzichtbar ist?, schreiben sie in ihrem Buch ?Naked Conversations. How Blogs are Changing the Way Businesses Talk with Customers?. Scoble und Israel glauben, dass Unternehmen, die nicht bloggen, ?in naher Zukunft bis zu einem gewissen Grad als zweifelhaft gelten, sodass sich die Leute fragen, ob diese Firmen etwas zu verbergen haben oder Angst vor dem haben, was ihre Mitarbeiter zu sagen haben".
Doch wie steht es tatsächlich um das nächste Level des Internets? Ist das nur ein weiterer Hype, der bald schon wieder überholt und vergessen ist? Oder ist doch etwas dran an dieser omnidirektionalen Kommunikation, die Unternehmen dabei helfen könnte, das Wissen ihrer Mitarbeiter besser zu nutzen oder sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen? Und worauf müssen sich professionelle Kommunikatoren in Unternehmen und PR-Agenturen einstellen?
Welche Gefahren im Web 2.0 lauern
